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Der Weg aus dem Horrorfilm meines eigenen Lebens

Ich beginne mit dem Tiefpunkt meines Lebens, weil genau dieser mich hierher gebracht hat und ich daraus meine Aufgabe gefunden habe Menschen, gemeinsam mit meinen Pferden, in die Leichtigkeit und die Lebendigkeit zu begleiten.

Als ich schwanger wurde zu meiner Tochter Annalena habe ich mein Leben als Account Managerin/Technologie Ingenieurin geliebt. Meine Arbeit war der Mittelpunkt meines Lebens, da ich quasi rund um die Uhr gearbeitet habe. Ich habe bis zu meinem letzten Arbeitstag, bevor der Mutterschutz anstand, meinen Job gemacht wie gewohnt, war bei Kundenbesuchen, habe die Projekte betreut für dich ich verantwortlich war und meine 100ten e-Mails beantwortet.


Mit dem ersten Tag des Mutterschutzes ist in mir etwas passiert, was ich damals noch nicht ganz zuordnen konnte. Was mir jedoch bewusst war, dass ich diesen Job in diesem Umfang, mit meiner Vorstellung von Engagement und Reisen nicht mehr so einfach umsetzen werden kann. Ich habe mich überbeschäftigt in meinem Mutterschutz mit den unterschiedlichsten Aktivitäten, hab meine Zukunft ins kleinste Detail versucht zu planen und versucht alle Eventualitäten mit mindestens einem Plan A und Plan B abwehren zu können, um schnellstmöglich in meinen Job zurück zu kommen und außerdem noch meinen Master zu machen.


Meine Tochter wurde geboren, ich liebte sie, ich versorgte sie, doch in jeder freien Sekunde war ich am schaffen und dagegen ankämpfen, dass ich nun ein Stück "festgebundener" bin. Ich startete mein Studium, begann wieder zu arbeiten und als ich die erste Woche zurück in meinem Job war bemerkte ich, dass mir das alles überhaupt nichts mehr zu geben hatte, Ich hatte hier keinen Spaß mehr daran. Es war ok, aber dieser Nervenkitzel fehlte, der mich zuvor immer so angetrieben hatte. Ich wurde immer unzufriedener und am Ende hatte ich solche Schmerzen an meinem ganzen Körper, dass ich mich oft in den Schlaf weinte. Ich lief von Arzt zu Arzt ohne Ergebnis.


Mein Pferd wurde im selben Jahr schwer krank und verstarb, mein treuer Hund, der mich mein halbes Leben begleitete war am Ende seiner Kräfte angekommen und verließ diese Welt und weil das alles noch nicht genug war ist auch noch unser junger Hengst tragisch von uns gegangen. Zu diesem Zeitpunkt war ich am Ende, damals war unsere Tochter 1 Jahr und 1 Monat alt und ich dachte ich bin in meinem eigenen Horrorfilm gelandet.


Ich war ja gut ausgelastet jeden Tag, hatte nach wie vor genug zu tun, um nicht hinschauen zu müssen, wo es am meisten schmerzte. Wenn ich heute zurück blicke war ich der Schatten meiner selbst und ja klar, der Schlafmangel mit einem kleinen Kind, der einen begleitet und alle anderen Herausforderungen, die mit einem Baby/Kleinkind so auf einen zukommen haben sicher auch einen Teil dazu beigetragen, doch aus meiner Sicht, war das nur ein Nebenschauplatz meiner Verfassung in der ich war.


Zwischen all diesen Dramen kaufte ich mir ein neues Pferd. Er war sicher schon mehrere Wochen bei uns als neues Familienmitglied angekommen, da fiel bei mir der Groschen. Ich konnte mich einfach nicht richtig über unser neues Familienmitglied freuen. Das Gefühl von Freude blieb einfach aus. Ich hatte einen jungen Pferdepartner an meiner Seite. Was war mit mir los? Mein größter Traum war wieder komplett, ich hatte mein eigenes Pferd an meiner Seite.. So sehr ich es mir auch wünschte, aber ich spürte nichts. Das war der Punkt an dem es mir wie Schuppen von den Augen fiel,, dass es höchste Eisenbahn ist und ich mich jetzt mal intensiv um mich selbst kümmern muss.


Und so begab ich mich auf meinen neuen Weg, auf den Weg zu mir selbst, ich lernte mich besser zu verstehen, meine Pferde und meine Umgebung zu lesen, was diese mir gerade mitzuteilen hat und veränderte mich auch beruflich völlig, um heute Menschen gemeinsam mit meinen Pferden aus einer ähnlichen Lebenslage zu begleiten in der ich mich vor Jahren gefunden habe.


Ich kann heute sagen, dass wir alle davon profitieren können hinzuschauen, in uns hinein zu hören wie es uns gerade geht. Ich bin einfach nur dankbar, dass ich solange vom Leben geschüttelt wurde bis ich dazu bereit war mich mit meinen Themen auseinanderzusetzen Es hat sich auf jeden Fall bezahlt gemacht, wenn ich heute in den Spiegel schaue und sehe wer mir da entgegen zwinkert.









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